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Väterthemen

 

Hier finden Sie fortlaufend Texte aus dem „Arbeitskreis Werdende Väter“ von DONUM VITAE, die sich inhaltlich mit väter- bzw. männerspezifischen Themen beschäftigen. Diese Texte spiegeln manchmal die subjektive Sicht des Autors wider. Sie wollen Impulse geben, sie wollen informieren und anregen, sich ein eigenes Bild zu machen.

 

 

Die erste Zeit zu dritt – das 5. Rad am Wagen ?

Sexualität nach der Geburt

 

Es wäre erstaunlich, wenn die körperlichen und seelischen Anforderungen durch Schwangerschaft und Geburt insoweit keine Spuren hinterlassen würden. Eine gewisse sexuelle Lustlosigkeit von Frauen nach der Geburt ist normal.. Eine begrenzte „Auszeit“ vom Sex ist daher sehr verständlich. Manche Frauen empfinden sich wegen der veränderten Körperkonturen weniger anziehend. Die Hormonumstellung ist dem seelischen Gleichgewicht nicht förderlich mit der Folge erheblicher Stimmungsschwankungen. Vielleicht schmerzt auch eine Kaiserschnitt- oder eine Dammschnittnarbe. Oft sind die Geburtswege noch schmerzempfindlich. Dazu kann Müdigkeit und ein Gefühl von Erschöpfung kommen. Schlafentzug kann ein Übriges tun.

Und natürlich beansprucht die neue Verantwortung für das Gedeihen des Säuglings Mütter vor allem beim ersten Kind sehr stark. Die Mutterrolle gegenüber dem so schutzbedürftigen Kind muss gut ausgefüllt werden. Diese besondere Verantwortung und die damit verbundenen vielen Notwendigkeiten des Alltags lassen für die Frau häufig erst einmal Sexualität und Pflege der Paarbeziehung oft als nachrangig erscheinen.

Auch Männer können nach der Geburt ihre neue Verantwortung als Vater als eine große Belastung empfinden. Das kann die Lust auf Sex beeinträchtigen. Manche fürchten eine Zurückweisung, andere Männer haben unausgesprochen ein schlechtes Gewissen, weil ihre Frau bei der Geburt starke Schmerzen erlitten hat, für die sie sich verantwortlich fühlen.

Oft kommt es dazu, dass Männer sich als Sexpartner nach der Geburt des Kindes vernachlässigt fühlen. Das Kind steht jetzt im Mittelpunkt. Die Zärtlichkeit der Mutter gegenüber dem Kind dominiert. Dazu kommen dann oft die dummen Sprüche in Männerrunden, dass die guten Zeiten als Mann nun definitiv vorbei sind.

Solche Stammtischsprüche übersehen, dass die Gestaltung der Sexualität Sache der Partner ist und in ihrer individuellen Verantwortung liegt. Die Zeit nach der Geburt ist insoweit Risiko und Chance zugleich. Je sensibler der Mann mit seiner Frau in dieser Phase des Zusammenlebens umgeht, desto mehr bekommt er zurück. Sexualität ist mehr als Geschlechtsverkehr. Sie ist auch Streicheln, Kuscheln, Küssen und ein ehrliches anerkennendes Wort zur rechten Zeit. Und das in Wertschätzung als Mutter und Geliebte. Äußerst wichtig ist das offene, aber keinesfalls vorwurfsvolle Gespräch über die beiderseitigen sexuellen Wünsche in der veränderten Situation.

Sollten Sie das Sexualleben längere Zeit als unbefriedigend empfinden, kann fachlicher Rat bei einem Gespräch in einer Beratungsstelle eine Hilfe sein.

(Quelle: „Die erste Zeit zu dritt“, kostenlose Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung –BzGA - , 51101 Köln. <order(at)bzga.de> BestNr. 13640000).

Die erste Zeit zu dritt ist eine Zeit mit Risiken und Chancen für eine erfüllte Sexualität. Wo Liebe am Werk ist, werden die Chancen weit überwiegen.